Insolvenz-Krimi bei Tom Tailor: Chinesisches Unternehmen kauft Modehändler für einen Euro, Gläubiger gehen leer aus

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Durch die erneuten Einschränkungen seit November gehen die Ladenumsätze der Modeunternehmen stark zurück. Tom Tailor selbst betreibt deutschlandweit über 400 eigene Einzelhandelsgeschäfte.

Fosun stieg bereits 2014 erfolglos bei Tom Tailor ein. Durch den günstigen Erwerb der GmbH erhofft sich das riesige Privatkonglomerat aus der Volksrepublik nun einen erneuten Einstieg in die Börse. Das Unternehmen muss sich dabei jedoch auch an Vorgaben halten. So müssen 90 Prozent der Arbeitsplätze bis Mitte 2021 erhalten bleiben. Hinzu kommt die Verlängerung eines Darlehens von 28,5 Millionen Euro und Millionenzuschüsse in die Insolvenzmasse der Holding sowie der Bonita GmbH.

Das Modeunternehmen Tom Tailor steht weiterhin vor dem Aus. Im Juni musste das Hamburger Unternehmen ein Insolvenzverfahren einleiten. Um das Einzelhandelsgeschäft am Leben zu halten, bürgen der Bund sowie die Länder Hamburg und Nordrhein-Westfalen mit 100 Millionen Euro. Auch die Banken des Unternehmens verlängern ihre Kredite in Höhe von 335 Millionen Euro bis September 2024, berichtet das „Manager Magazin“. Die Gläubiger gehen dabei jedoch leer aus und der chinesische Eigentümer Fosun profitiert von der Krise des Unternehmens.

Die Hilfe von Bund und Ländern kommt dabei nur bei der Tom Tailor GmbH an. Die Tochterfirma Bonita leitet ein Schutzschirmverfahren ein. Von den 400 Millionen Euro an Forderungen, die allein bei der börsennotierten Holding Tom Tailor SE anstehen, werden die Gläubiger keinen Cent sehen. Die Aktienpakete des chinesischen Mehrheitseigentümers Fosun sind quasi wertlos.

Chinesen übernehmen GmbH für einen Euro

Trotzdem konnte der Mischkonzern von dem Fall der Marke profitieren. Seit dem 17. September haben die Chinesen die GmbH erworben, für die der Staat bürgt und deren Geschäft fortgeführt werden soll. Der Kaufpreis: ein Euro.

Der Deal wurde demnach im Mai zwischen dem Unternehmen sowie Bund und Ländern abgesprochen. Ein entsprechendes Papier der Wirtschaftsprüfer von PwC liegt dem „Manager Magazin“ vor. Den später dazu bestellten Insolvenzverwaltern blieb nichts anderes übrig, als den Plan umzusetzen.

Diesen sogenannten „pre-packs“ fehlt es oftmals an der nötigen Transparenz. Leidtragende sind die Gläubiger. Legal ist die Vorgehensweise trotzdem.

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